News: Horst Fascher - Neues Buch, DVD, Hörbuch erscheinen im 2.Quartal 2010 ++++
 
 
 
 
  The Horst Fascher Project
Ein Groß-Projekt  
The Horst Fascher Project
Eigentlich sollte es ein Buch über St.Pauli werden, zu dem ich Horst Fascher ein paar Statements entlocken wollte. Gerade war sein Bestseller "Let The Good Times Roll" erschienen, den ich innerhalb kürzester Zeit verschlungen hatte. Sehr schnell stellte ich im Gespräch mit Horst fest, dass er noch längst nicht alles erzählt hatte. Und er zeigte mir einen wahrhaftigen Schatz: sein riesiges Fotoarchiv mit tausenden herrlicher alten Aufnahmen von den Stars und Sternchen aus dem Star-Club - fast alles bisher unveröffentlicht. Ich musste nicht lange überlegen, als er mir vorschlug, gemeinsam dieses Projekt zu starten - und so wurde aus meinem St.Pauli Buch-Projekt ein Horst Fascher Projekt. Und was für eins: Über 200 Stunden Interviews habe ich in den vergangenen 2 Jahren mit Horst und einigen Wegbegleitern geführt. Oft haben wir auch einfach nur so zusammen gesessen und geklönt. Aber bei jedem unserer zahlreichen Treffen gab´s für mich immer wieder Neues zu erfahren oder es kamen Fotos, Presseartikel oder Filmaufnahmen auf den Tisch, die ich nich nicht gesehen hatte. Aus dieser unglaublichen Materialflut ist nun - in unzähligen Tagen und Nächten des Durchforstens, Sortierens, Schneidens am Rechner - langsam aber sicher ein Projekt geworden, das kurz vor seiner Veröffentlichung steht. Man könnte meinen, mit Horst´s Biografie "Let The Good Times Roll" sei schon alles gesagt - aber es sind gerade die tausenden von bisher kaum veroffentlichten Bilder aus der Glanzzeit des Star-Clubs, die Geschichten erzählen, die man mit Worten nicht fassen kann - "The stories behind the pictures"
 
 
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  Wer ist eigentlich dieser Horst Fascher???
Horst Fascher  
Wer ist eigentlich dieser Horst Fascher???
Pressetext zu Horst´s erstem Buch "Let The Good Times Roll": HORST FASCHER, 1936 in Hamburg geboren, ist ein Rock ’n’ Roll-Fan der ersten Stunde und hat nicht nur die Beatles für Deutschland entdeckt. Mit der Eröffnung des Star-Club hat der ehemalige deutsche Meister im Fliegengewicht ein wichtiges Kapitel der Rockgeschichte entscheidend mitgeschrieben. Horst Fascher lebt in Hamburg.
Die Lebensgeschichte des HORST FASCHER gleicht einer Achterbahnfahrt durch die (Pop)kulturgeschichte Deutschlands: Flüchtlingskind, Halbstarker, Weltklasse-Boxer, Beatles-Wegbereiter, Star-Club-Erfinder, Zuchthäusler, Vietnam-Freiwilliger, Musikpromoter oder einfach nur tragische Figur - seit nunmehr 50 Jahren ist FASCHER ein Teil jener Mythen und Legenden geworden, die sich um das Pop-Universum ranken.
Seine bizarren und zugleich anrührenden Lebenswenden lassen den Leser beinahe atemlos jene wilden, goldenen Zeiten der Rockmusik nacherleben.
   
   
cwart1965
Das war ich zu der Zeit als Horst in den Knast musste - 1965
Mein Ersatz "Star-Club" - Der Rockpalast in der Essener Grugahalle
Mein Ersatz "Star-Club" - Der Rockpalast in der Essener Grugahalle
1968 hatte ich von den Beatles noch nichts gehört.
1968 hatte ich von den Beatles noch nichts gehört.
Mein Idol in den späten 70ern: Rory Gallagher
Mein Idol in den späten 70ern: Rory Gallagher
Dieser Herr hat mich auch schwer beeindruckt...
Dieser Herr hat mich auch schwer beeindruckt...
Aber Horst Fascher???Nö, nie gehört!
Aber Horst Fascher???Nö, nie gehört!

Das Horst Fascher Projekt - Wie es dazu kam (und wie ich mir von einem Tag auf den anderen jede Menge Arbeit eingehandelt habe)

Ich hatte nicht das Glück. dabei zu sein, als Horst Fascher das erste Mal die Beatles
auf der Bühne des Star-Clubs in der Großen Freiheit in Hamburg St.Pauli angekündigt hat. Das war am 13.April 1962 - es sollte noch gut 3 Jahre dauern, bis ich das Licht der Welt erblickte - und noch 5 weitere Jahre, bis mir zum ersten Mal der Name der größten Band, die die Welt jemals zu sehen bekam, geläufig wurde. Als ich zum ersten Mal in meinem Leben begriffen habe, dass hinter dem Begriff "The Beatles" etwas ganz großartiges stand, war es schon wieder vorbei mit der ersten echten Boygroup der Welt. Nach dem legendären Rooftop - Konzert lösten sich die Fab 4 dann auch sehr schnell auf, damit jeder von Ihnen seinen eigenen Weg gehen konnte.

In diesem wichtigsten Lebensabschnitt, den ein Menschlein durchläuft, auch "Jugend" genannt, hatte ich ganz andere Idole - daß sie alle auch ein wenig ihrer Existenz den "Beatles" und all den anderen großen Namen im Hamburger Star-Club zu verdanken hatten, wurde mir erst ziemlich spät klar - um genau zu sein brauchte ich noch mal gute 30 Jahre.

Meine Idole hiessen "Status Quo", "The Sweet", "Gary Glitter", "Suzi Quatro" in meiner Kindheit, in meiner Jugend wechselte das zu einigen mehr oder weniger bekannten Gitarren-Kniedlern wie Rory Gallagher, Johnny Winter, Alvin Lee mit Ten Years After und zweien derer Vorbilder, der Blueslegende B.B.King und Chuck Berry - zumindest zwei der eben genannten haben ja auch mal auf den Brettern der Star-Club Bühne gestanden. Die immer noch unglaublichen Rock´n´Roll Nummern von Chuck Berry haben auch wir mit unseren Bands noch gecovert.
Als ich mich aus meinem Elternhaus geschlichen habe, um einige meiner Idole live im Rockpalast in der Essener Grugahalle zu sehen, war der Hamburger Star-Club schon längst "Schnee von Gestern". Fast zeitgleich versuchte in Hamburg ein gewisser Horst Fascher seinen Lebenstraum, einen neuen Star-Club - zu reanimieren. Ich habe davon nichts mitbekommen.

Anfang der 1990er Jahre bin ich selbst nach Hamburg gezogen. Ein früherer Bandkollege, Drummer in unserer eigenen Band, hatte es mir vorgemacht - und, nachdem ich ein paar Mal bei ihm im Norden zu Besuch war, überredet, selbst nach Hamburg zu ziehen. Was nicht schwer war, denn als Musiker und Comiczeichner, was ich damals war - hatte man im Gegensatz zum Ruhrgebiet zwar nicht viel größere
Chancen, aber zumindest so etwas wie ein Szene, in der man sich behaupten konnte und auch eine gewisse positive Komnkurrenz verspürte.

Und dann gab es in Hamburg noch diesen unglaublichen Stadtteil St.Pauli, der, obwohl er schon damals fast genauso heruntergekommen und abgewirtschaftet war wie heute, eine immense Faszination auf mich ausübte. Da gab es abgefuckte Spelunken, die sich nach Mittenacht in einen funkelnden Star-Palast verwandelten, weil dort Musiker auftraten, die man sein halbes Leben lang vergöttert hatte, ohne ihnen jemals so nah zu sein, wie hier.
Da gab es Frauen, die, so kam es mir vor, gerade einem Playboy Centerfold entsprungen sein könnten, und sich mir, dem kleinen Puper aus dem Ruhrpott an den Hals warfen, als wäre ich selber ein Star. (Klar wollten die nur mein Geld - aber es war eine gute Investition!) Und da gab es eben diesen Stadtteil in seiner Gesamtheit, der in seiner Selbstverständlichkeit eigentlich so viel mehr "Ruhrpott" war, als alle Städte des Ruhrgebiets zusammengenommen. Sprich: Ich habe mich hier einfach "ZuHause" gefühlt.

Kein Wunder also, daß ich mich auch heute, fast 20 Jahre danach, an diese sehr prägende Zeit in St.Pauli erinnere, als wäre es gestern gewesen. Und da man als "Künstler" meistens wieder da angelangt, wo man angefangen hat. lag es für mich nah, mich mit Hamburg - St.Pauli noch einmal etwas ausführlicher zu befassen.

Mittlerweile war ich Designer von Computerspielen geworden. Und nachdem ich bereits einmal einen Millionenseller kreiirt hatte, der letzen Endes auf meinen Erfahrungen auf St.Pauli basierte (Wet - The sexy Empire) - habe ich mich 2006 entschlossen, diesem einzigartigen Mikrokosmos, der auch "Kiez" genannt wird, ein Spiel zu widmen. Angeregt durch dieses Projekt wollte ich sehr schnell viel mehr wissen über diesen Teil von Hamburg, der innerhalb der Hansestadt so ungeliebt und trotzdem so begehrt ist. Der absichtlich jahrzehntelang kaputtsaniert wurde und inzwischen wieder als Allheilmittel gegen leere Stadtkassen entdeckt wurde. Der immer wieder mit Füßen getreten wurde und letzen Endes immer wieder dafür herhalten muss, als betongewordene Hure tag ein tag aus tausenden von Besuchern
das Hirn (und vorallem das Geld) aus allen Löchern zu saugen.

So habe ich begonnen, Interviews mit allen möglichen "St.Pauli Orginalen" zu führen und in den Erinnerungen anderer Leute zu stöbern. Als ich gerade der Meinung war, das "Phänomen St.Pauli" geschnallt zu haben, gab mir ein guter Freund ein Buch in die Hand. "Let the Good Times Roll" von einem gewissen Horst Fascher war soeben erschienen und hatte die Spiegel-Bestseller Liste gestürmt. "Wenn Du etwas über St.Pauli und seine Geschichte erfahren willst, dann lies dieses Buch." Danke Uli, was Du mir damit "antun" würdest, hast Du wahrscheinlich nicht geschnallt.
Jedenfalls war die Lektüre dieses Buches eine Offenbarung. Da hatte jemand mal eben so nebenbei die Musikgeschichte St.Pauli´s erzählt und obendrein noch die Erklärung geliefert, warum St.Pauli auch heute noch von seinem Legendenstatus zehrt.


Verwundert es, dass ich den Autoren dieses Buches kennenlernen musste?
Den Mann, der St.Pauli gekannt hat, als es zur Legende wurde.
Den Mann, der mit dafür gesorgt hat, dass es Legende bleibt.
Der Mann, der mit seinem Engagement St.Pauli dereinst zur Hochburg des Rock´n´Roll gemacht hat. (Ich weiss, Horst, du hast damals nur deinen Job "Ganz gut" gemacht.)

Ich habe Horst Fascher kennengelernt!
Und mit ihm nicht nur die Geschichte des Rock´n´Roll in Hamburg, sondern auch eine Menge Wegbegleiter, Verbündete - Brüder und Schwestern. Ich habe das unglaubliche Privileg besessen, Horst Fascher über einen Zeitraum von nun mehr als zwei Jahren zuhören zu dürfen - und ich freue mich inzwischen auf ein drittes Jahr unserer Freundschaft (und hoffentlich noch viele weitere Jahren).

Horst, Du hast mir nicht nur einen ganz neuen, authentischen Blick auf St.Pauli, ermöglicht, sondern mir in unseren - mittlerweile unzählbaren gesprächen ein ganz neues Weltbild eröffnet. Lieber Horst, bitte werde ganz alt!

Dieses Projekt - mit allem was dazu gehört - ist für Dich!

cw-art / Carsten Wieland, Dezember 2009

 
 
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